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Türkei Traumstrand

Türkei

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Türkei 2013

2013 erfüllten wir uns einen lang gehegten Traum: Mit dem Wohnmobil nach Kappadokien in Zentral-Anatolien, ziemlich in der Mitte der Türkei gelegen.
Getreu dem Ausspruch der Weg ist das Ziel ging es die erste Woche im Landesinneren durch die Türkei.

Bis Ancona sind wir gut in der Nacht ca. um 24 Uhr angekommen. Eine ruhige Nacht über Ancona warten wir auf die Fähre, wegen dem Feiertag können wir nichts mehr einkaufen. Ohne Probleme geht es nach Igouminitsa weiter an die türkische Grenze. Bevor wir zu dem Abfertigungsgebäude kommen, werden wir namentlich begrüßt. "Willkommen in der Türkei, Herr Walter Drechsler", begrüßt uns der Grenzbeamte, er hat unsere Pässe noch nicht gesehen!!! Scheinbar ist unser Autokennzeichen noch von vor zwei Jahren registriert. Was uns auch immer auffällt, dass beim Tanken des Öfteren unser Autokennzeichen notiert wird.

Die erste Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz auf der Halbinsel Gallipoli, einer geschichtsträchtigen Gegend. Am nächsten Tag geht es in Richtung Edrimit auf die Fähre über dem Bosporus.  Angekommen in Chanakale auf der asiatischen Seite der Türkei, geht es durch eine kilometerlange Allee mit altem Baumbestand.
In Bakeshir füllen wir unsere Reisekasse auf. Linda holt Geld am Bankautomaten, und weil keine richtige Parkmöglichkeit da ist, bleibe ich im Wohnmobil und schalte Warnblicker ein. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein Fotogeschäft, davor sitzt ein älterer Türke bei einem Tee. Er winkt mich zu sich, aber ich möchte nicht aussteigen, weil ich den Verkehr doch leicht behindere. Zeige ihm deshalb per Hand, dass ich keine Parkmöglichkeit habe. Der Türke steht auf, kommt auf mich zu und lädt mich zum Tee ein. Kurzerhand schiebt er mehrere Mofas und Roller auf den Gehsteig und macht  Platz zum Parken. Problem gelöst- paar Minuten später steht ein Tee auf dem Tisch. Mustafa hat für ein paar Jahre in Augsburg gearbeitet und leitet nun das Fotogeschäft. Wie meist dreht sich die Unterhaltung über – Woher? Wohin? Welche Arbeit? usw. – mittlerweile steht Linda ungläubig vor dem Wohnmobil. Sieht mich nicht. Mein Gegenüber ruft seinen Geschäftsnachbarn, der zu Linda geht und sie auch zum Tee einlädt.

Es wird Zeit für eine Übernachtungsmöglichkeit. Beim nächsten Restaurant bleiben wir stehen. Es gibt keine Speisekarte, deshalb geht es in die Küche. Die Köchin zeigt uns zwei verschiedene Fischarten, viele kleine wie eine Art Sardellen und größere, eine Barschart. Die Entscheidung fällt auf die kleinen mit Kartoffeln, Weißbrot und je eine Cola zahlen umgerechnet 9,- Euro, sind satt und geschmeckt hat es auch. Wir fragen, ob wir stehen bleiben dürfen – kein Problem.

Nach ruhiger Nacht und gemütlichem Frühstück erkunde ich die Umgebung. Im Restaurant sitzen ein Fischer und ein Mann, der vom etwas oberhalb gelegenen Haus gekommen ist. Ich frage, ob ich ein Foto von beiden machen darf - kein Problem. Wir kommen ins Gespräc und ich werde zu einer Hausbesichtigung eingeladen, wo seine Frau den Garten pflegt. Mach paar Fotos noch, dann verschwindet der Mann und lässt mich mit seiner Frau alleine. Es dauert einige Minuten bis er wieder da ist, diesmal hat er sein Sonntagsgewand an ich muss ihn mit seiner Frau und dem Garten fotografieren. Lasse mir die Postanschrift geben - ein paar Fotos schicke ich ihnen nach dem Urlaub. Ich muss heute noch über diese Situation schmunzeln.

Nach der Fotosession geht es weiter durch traumhafte Landschaften, nur wenige Autos sind unterwegs. Es geht mal wieder einen Pass hoch. Es riecht, als hätte es gebrannt, sehen ist aber keine verbrannte Landschaft. Erst oben am Pass angekommen löst sich das Rätsel. Eine Köhlerei muss fotografiert werden. Die Köhler, froh um eine Abwechslung, laden zum Tee ein unter einer aus Plastikfolien zusammengeschusterten schattenspendenden Behausung (was man nicht unbedingt so nennen kann). In der Mitte eine unterbaute Europalette, die als Tisch dient, wird mit einer alten Zeitung abgedeckt. Auf einem alten Ofen köchelt eine mit etwa ein Zentimeter dicken Rußschicht bedeckte Teekanne. Leider ist unser türkisch zu wenig um eine richtige Kommunikation aufzubauen. Aber wir lachen alle trotzdem. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und Zeichnungen. Eine lustige Abwechslung, nicht nur für die Köhler. Mache natürlich Fotos.

Es geht weiter und die Landschaft ändert sich total. Auf einer Hochebene zieht sich die Straße wie eine Schnur. Links und rechts armselige Behausungen, das Gras braun. An einer Tankstelle ist der nächste Übernachtungsplatz. Es war etwas laut, doch gut ausgeruht geht es weiter, bis sich plötzlich in der Ebene ein Tal aufmacht. WOW! Vor uns liegt das Göreme Tal mit seinen Seitentälern.

Oberhalb von Göreme hatten wir einen Standplatz auf dem Campingplatz Kaya in der ersten Reihe. Toller Ausblick über das Tal schon zum Frühstück. Am ersten Tag wurden wir durch ein lautes erst undefinierbares Fauchen unsanft aus dem Schlaf geweckt. Durch unser geöffnetes Dachfenster konnten wir einen Schatten erkennen. Beunruhigt und hellwach standen wir kurze Zeit später vor dem Wohnmobil. Über dem fahrbaren Schlafzimmer schwebte ein mit asiatischen Personen besetzter Heißluftballon der sich offensichtlich verflogen hatte. Entschuldigend gewinnt der Ballon wieder an Höhe, leider haben wir keine Fotos von unseren Gesichtern. Ich glaube, wir haben schon etwas dumm aus der Wäsche geschaut.

Mehrmals sind wir wandernd in verschiedenen Tälern unterwegs. Jeden Nachmittag sind wir im Lemon Tree House zu einem sehr starken Tee bei Mustafa eingeladen. Hier sind in den Sandstein große Hallen gegraben über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem hat es unterirdisch ein angenehm kühles, trockenes Klima. Lemon Tree House ist eine Lagerstätte für alle erdenklichen Gemüse- und Obstsorten, aber natürlich hauptsächlich für Zitrusfrüchte. Die Zitronen werden bis zu sechs Monate zwischengelagert, bis sie nach Europa weiter geliefert werden.

Eine Ballonfahrt lasse ich mir nicht entgehen, um 5:00 Uhr werde ich am Campinglatz abgeholt. Ein unvergessliches Erlebnis. Gut eine Stunde schweben wir mit dem Heißluftballon in den Tälern umher. Bei 800 Metern Höhe erreichen wir eine unvergessliche Aussicht. In den Tagen wandern wir durch die märchenhaften Seitentäler. Meist treffen wir keine Menschenseele. Das Museum sparen wir aus, hier werden Busscharen angeliefert, halbherzige Wandertouren durchgeführt und die Touris abgezockt. Uns passierte es, als wir den kleinen Basar am Museum durchschlenderten, wollte unbedingt der Kamelführer ein Foto mit meiner Kamera von uns beiden machen und nach einigen Hin und Her ließ ich ihn gewähren. Nach zwei Fotos wollte er 5 Euro. Weil wir mit seinen Kamelen fotografiert wurden. Geht’s noch?

Von Göreme geht es an die lykische Küste nach Adrasan, wo unser Standplatz direkt vor der Tauchbasis von Medhia und Holger ist. Wir wählen nicht den bequemen direkten Weg sondern suchen uns Nebenstraßen. Was belohnt wird mit fantastischen Landschaften. Immer wieder gab es Gelegenheiten, den Kameraauslöser zu drücken. Etwas geschafft treffen wir dann bei der Adrasan Tauchbasis ein. Nach kurzer Begrüßung bekommen wir unseren Platz zugewiesen.
Diesmal ist unser Aufenthalt für längere Zeit geplant, wir machen einige tolle Tauchgänge mit einigen Überraschungen. Barakudaschwärme, Bärenkrebse, antike Wracks und Grotten durften wir bei unseren Exkursionen unter der Wasseroberfläche erleben.

Die antike Stadt Arykanda, diese Ausgrabungsstätte, ist zu empfehle, auch wenn man kein Freund von Steine anschauen ist. Zum einen liegt diese sehr schön, zum anderen sind viele Gebäude sehr gut erhalten, man kann sich von der Stadt und dem Leben der Einwohner etwas vorstellen. Es wird vermutet, dass bisher nur ein Drittel vom ganzen Komplex ausgegraben ist, was die Sache noch spannender macht.

Ein harter Kontrast bietet sich, wenn man aus dem Taurusgebirge die Serpentinen runter nach Kas fährt. Die türkische Taucherhochburg lebt vom Tourismus, ohne seinen Charme verloren zu haben. Dies sieht man an allen Ecken. Unser Ziel ist der Campingplatz in der Nähe des antiken Theaters, dort hat Erol seine Tauchbasis Sundivers. Das Pech will es, dass der Platz voll ist, kurz vor unserer Ankunft hat eine Wohnmobilgruppe von 17 Fahrzeugen eingecheckt. Schon etwas seltsam, die ganze Zeit unterwegs haben wir kein Wohnmobil getroffen. Vorerst bekommen wir einen Notstandplatz zugewiesen. Am nächsten Tag bekommen wir unseren Platz - im zehn Minuten Takt verlässt die belgische Wohnmobil-Reisegruppe den Platz, es kehrt Ruhe ein. Ein paar Tauchgänge, spiegelglatte See und optimales Badewetter, ein paar Laufeinheiten lassen die Tage in Kas schnell vergehen. Wir finden auch ein sehr empfehlenswertes Restaurant mit typisch türkischer Speisekarte. Wir erleben die Feierlichkeiten zum Geburtstag von Mustafa Kemal Atatürk, dem Vater aller Türken.
Für ein paar Tage sind ein Schweizer Paar unsere Nachbarn. Sie sind drei Monate mit dem Fahrrad von Griechenland aus gestartet bis nach Kappadokien unterwegs. Eine nette Begegnung und natürlich konnten wir ihnen paar Tipps geben.

Weiter geht es entlang an der Küste zum Güle Bafa See. Keine 100 Meter von der Hauptstraße weg fühlt man sich um Jahre zurück versetzt. Der Bafa See hatte eine Verbindung zum Meer, am Stellplatz lag vor hunderten Jahren der Hafen. Hier ist noch nichts ausgegraben, nur ein paar menschliche Hinterlassenschaften wie Treppen in den Granitfelsen gehauen und aus dem Wasser ragende Mauerreste zeugen von der damaligen wichtigsten Hafenanlage an der Lykischen Küste. Der Campingplatz ist sehr spartanisch in einer Wiese mit einem einfachen Restaurant, dort zu essen ist nur zu empfehlen. Gleich hinter dem Platz geht es in das Gebirge. Hier wurden vor einigen Jahren Felsenmalereien gefunden, einige tausend Jahre alt. Die Felsen liegen wie überdimensionale Hinkelsteine neben- und übereinander. Ein mystischer Ort um zu bleiben. Wir treffen ein Lenggrieser Pärchen, die auf dem Rückweg aus dem Iran sind und viel zu erzählen haben.

Nun sind wir über 4500 Kilometer in gerade mal 3 Wochen unterwegs. Dadurch ist die meiste Zeit auf der Straße, wir wollen die verbleibenden Tage zum Faulenzen und Tauchen nutzen, deshalb die Entscheidung schnellst möglich nach Kalamitsi zu fahren.

Gut eine Woche verbringen wir in Kalamitsi. An der Basis ist nicht viel los, Vasilis fährt teilweise nur mit einem Taucher raus. Anspruchsvolle Tauchgänge, ausgedehnte Mountainbiketouren, lange Nächte mit Monika, Sylvia, Ossi und Vasilis gestalten die Tage sehr kurzweilig.

Die letzte Nacht, bevor es auf die Fähre geht, verbringen wir bei Zacharias auf dem Campingplatz Sofas. Es ist ein Ort, an den wir immer gerne zurück kommen, auch wenn es nur eine Nacht ist. „Doch irgendwann bleibe i dann dort“.

Über die Reise haben wir in den Tauchmagazinen Atlantis und Unterwasser berichtet.