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Türkei

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Türkei 2011

Am 27.05.2011 fällt bei regnerischem Wetter die Tür unseres Wohnmobiles ins Türschloss. Vier Wochen Urlaub in Griechenland und der Türkei liegen vor uns. Wir wollen für vier Tage in Kalamitsi (Chalkidiki) einen Stop einlegen, dort paar Freunde besuchen und dann weiter in die Türkei düsen. Das zur Theorie. Dass es dann 10 Tage in Griechenland wurden, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber erst gilt, es die 1500 Kilometer über das ehemalige Jugoslawien zu bewältigen. Die erste Etappe geht über die Salzburger Autobahn in Richtung Österreich, nach Lublijana, wo wir auf einen Rastplatz die erste Nacht verbringen wollen. Natürlich darf der obligatorische Stau am Münchener Nordkreuz nicht fehlen.

Gegen 23:00 Uhr sind wir kurz vor Zagreb, als wir unseren ersten Übernachtungsplatz aufsuchen. Bei einer Kontrolle stellen wir fest, dass unser kompletter Frischwassertank sich geleert hat, scheinbar sind wir beim Einpacken der letzten Teile an den Entleerschalter des Tankes gekommen. Der Rastplatz ist für Wohnmobile eingerichtet, denn neben Stromanschluss gibt es auch Frischwasser-Versorgung. Am nächsten Tag sind wir schon um halb sechs wieder auf der Straße, uns zieht es gen Süden, denn das Wetter ist fürs erste nicht einladend. Die Grenzübergänge sind kein Problem, nur in Belgrad müssen wir die Autobahn verlassen, eine Umleitung leitet uns um die Großstadt. An einem riesigen Markt mache ich paar Fotos. Da wir stehen und Linda das Steuer übernommen hat, geht das vom Auto aus. Vor der mazedonischen Grenze tanken wir noch mal, was sich als Fehler rausstellt. Da wir keine serbischen Dinars haben, zahlen wir mit Euro und prompt werden wir übers Ohr gehauen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es in Mazedonien günstiger zum Tanken ist und die Leute etwas freundlicher sind als die Serben. Wenn in Serbien unbedingt getankt werden muss, dann bitte nur die großen Tankstellen anfahren und dort mit Kreditkarte zahlen.

Gegen 20:00 Uhr erreichen wir dann etwas abgekämpft die griechische Grenze, wegen Zeitunterschied war es dann schon 21:00 Uhr. Wir entschlossen uns, noch weiter zu fahren bis Kalamitsi. Als wir gegen 23:30 Uhr in Sarti einen Schlafplatz aufsuchten, gingen die letzten Nachtschwärmer gröhlend nach Hause. Trotzdem hatten wir eine geruhsame Nacht. Ohne Kaffee gingen wir am folgenden Morgen zum Einkaufen. Wasser, Gemüse und Gebäck für das hoffentlich baldige Frühstück landeten in den Einkaufstüten. Als wir alles verstaut hatten, setzen wir uns in Richtung Kalamitsi, unserer ersten Station, in Bewegung. Es ist immer ein unbeschreibliches Gefühl, wenn wir die letzten Kilometer über die Hügel von Sykia gen Süden anfahren, alles ist als ob wir erst hier waren, es hat sich nichts geändert. Die ausgewaschenen Tümpel, das Straßenwirrwarr von Kiaretsi, ja sogar der Müll liegt dort verstreut wie vor zwei Jahren, als wir das letztemal hier waren. Und dann der Blick runter in die Bucht von Kalamitsi, „wir sind zu Hause“ und schnaufen ganz tief durch und „riechen unser Griechenland“. Da wird uns wieder bewusst, was uns im letzten Urlaub in Kroatien abgegangen ist. 


Am Campingplatz Porto angekommen gab es ein großes Hallo. Schnell waren wir eingerichtet, etwas erstaunt waren wir, weil der Campingplatz schön mit einer Grasfläche überzogen war. Sehr ungewöhnlich, aber es hatte wohl auch sehr lange im nördlichen Griechenland geregnet. Außer uns waren Monika, Ossi, Ruth und Erhardt am Platz.

Mit ein Grund, warum wir für dieses Jahr Kalamitsi anfahren ist, das Franz mit seinem Stammtischkollegen 2 Wochen Urlaub in Sykia machen. Per Zufall haben wir im letzten Sommer davon erfahren. Gleich am ersten Tag machen wir uns auf die Suche nach der Unterkunft der Dachauer. Dabei besuchen wir auch Anastasis im alten Hafengebäude am Eingang der Bucht von Sykia und verabreden uns für die nächsten Tage. Auch Franz haben wir gefunden und sind an deren letzten Abend zum Zorbas, der nun sein Restaurant in der Kalamitsi-Bucht hat.

In den Tagen von Kalamitsi gehen Linda und ich mehrmals zum Tauchen. Und Vasilis organisiert einen Spezialtauchgang ans so genannte Teufelsriff, nur wir beide gehen zu dem traumhaft bewachsenen Riff. Danke für den tollen Tauchgang Vasilis!

Aus München kommen nach ein paar Tagen Bernhard und Onkel und Tante von Sylvia, wir erleben paar lustige Abende an der Bar. Auch mit Ossi können wir uns ein paar Abende vergnügen, er und Peter sind paar Tage Strohwitwer, weil die Frauen auf den Olymp unterwegs sind. Doch viel zu schnell vergeht die Zeit. Wenn man bedenkt, wir haben nur 4 Tage für Kalamitsi geplant, am Ende waren es mehr als doppelt so viele.

Nach 10 Tagen Kalamitsi heißt es Abschied nehmen. Sehr schwerfällig überwinden wir die ersten Hügel und noch einmal laufen die Erlebnisse der letzten Tage im Gedanken ab. Schee war`s wieder!!!
An einem Brunnen füllen wir unser Trinkwasser auf. In Olympiada kaufen wir für die nächsten Tage ein. Heute ist wieder ein Tag, wo es nicht so richtig vorwärts geht. Am Nachmittag erreichen wir die Grenze zur Türkei, dort bunkern wir Sprit, weil es nach unseren Informationen in der Türkei teurer ist als bei uns zu Hause. Dann rollen wir ohne Probleme über die schmale Brücke, auf der in der Mitte die griechisch-türkischen Grenzposten stehen, und reihen uns danach in die kurze Autoschlange am Abfertigungsschalter ein. Fünf verschiedene Schreibtische mussten wir ablaufen, bis wir endlich alle notwendigen Stempeln in den Pässen hatten. Die Mountainbikes wurden genau in Augenschein genommen, weil der Beamte der Annahme war, es handle sich um Motorräder, und die grüne Versicherungskarte verlangte. Aber schnell waren die Zweifel beiseite geräumt. Einem Baden-Württemberger erging es nicht so problemlos. Er hatte wohl nicht die komplette Versicherungsnummer in der grünen Karte eingetragen und er sollte eine spezielle Versicherung für umgerechnet 100 Euro abschließen. Er plante innerhalb eines halben Jahres das Mittelmeer zu umfahren, was etwas schwierig sein wird mit den derzeitigen Unruhen. Er wollte alles auf sich zu kommen lassen. Wir wünschten ihm alles Gute als wir losfuhren.

Die erste Nacht in der Türkei verbrachten wir kurz vor dem Fährhafen bei einem kleinen Restaurant, wo wir auch zu Abend gegessen haben. Gleich nach dem kurzen Frühstück machten wir uns entlang der Küste der Dardanellen zum Fährhafen. Wir wollten heute noch nach Cesme. Wir sind gespannt wie Pfeil und Bogen. Lebt  Bayram noch? Wie wird uns der Strand empfangen? Gibt es eine Stellmöglichkeit?


Cesme
Eine 6-spurige Autobahn führt von Izmir raus nach Cesme. Ein Wahnsinn, wenn man anschaut, in welche Landschaft dieses schwarze Band gebaut wurde. Wir rechneten mit dem Schlimmsten. Die Ortschaft von Cesme hat sich sehr verändert. Moderne, noble, großzügige Villen begleiten uns wie ein Spalier bis zum Fährhafen. Wir biegen von dort linker Hand ab, eine blitzsaubere Uferpromenade mit Geschäften und Restaurants wirkt sehr steril. Aber wir finden den Weg zu Bayram, zu unserer Überraschung steht die Bude noch. Zu unserm Erstaunen begrüßt uns auch sein Sohn. Wir zeigen Fotos von Bayram und wir können übernacht bleiben. Ein weiteres Ehepaar mit Wohnmobil schickt er mit einem teueren Übernachtungspreis weiter. Wir bleiben zwei Nächte und bezahlen fürs Stehen am Strand nichts. Am Abend gehen wir zum Essen, es schmeckt sehr gut. Wir erfahren, dass Bayram erst vor 2 Jahren gestorben ist. Leider haben sich auch am Strand entlang mehrere Bars und Restaurants eingerichtet. Gerade in der Zeit, als wir da waren, eröffnete nicht weit entfernt eine Bar mit lauter Musik.
Unweit vom Strandabschnitt bei Bayram hat ein russischer Milliardär eine kleine Bungalowanlage errichten lassen. Über 40 Bedienstete sind über das ganze Jahr beschäftigt, die Anlage zu bewachen und zu pflegen. Der Reiche aus Russland lässt sich nur 2 mal im Jahr für 1 bis 2 Wochen blicken, erzählt uns Bayrams Sohn. Wir wollen uns die Anlage näher anschauen, doch wir werden von Security,Leuten höflich verscheucht.

Nach zwei Nächten verlassen wir Cesme wieder über die 6-spurige Autobahn. Erst ist die Überlegung an der Küste entlang in Richtung Südosten nach Kusadasi zu fahren, was wir aber nicht machen. Hinter Izmir geht die gut ausgebaute Autobahn weiter, fahrtechnisch sehr langweilig. Dann kommen wir zu den ersten Ausläufern der lykischen Küste. Hier wird’s wieder interessant, weil die Landschaft abwechslungsreicher ist und fahrerisch, weil die Autobahn zu Ende ist. Unser nächstes Ziel ist Adrasan, wo wir vor gut 20 Jahren bei Feyse im Garten standen.


Adrasan
Nach einem heißen Ritt von Cesme aus sind wir sehr kaputt und erschöpft in Adrasan angekommen. Unterwegs haben wir noch Wasser gebunkert. Die erste Nacht stehen wir direkt am Strand. Leider wurde vor 2 Jahren eine Teerstraße entlang der Bucht gebaut, so war die Nacht doch etwas laut. Aber wir sind nach dem Abendessen im Atici todmüde in unser Baumhaus (Alkoven vom Wohnmobil) gefallen. Am anderen Tag schauen wir uns den inoffiziellen Campingplatz von Adrasan an. Er ist relativ voll, deshalb entscheiden wir das Angebot von Holger an zu nehmen und direkt an der Basis zu stellen. Sogar einen Stromanschluss bekommen wir, ein super Service. Endlich komme ich wieder zum Tauchen. Da das Meer auch sehr ruhig ist, kommt Linda mit zum Tauchen. Die Tauchplätze sind easy zu tauchen und die Sichtweiten ein Traum. Viel Kleinzeug und Fische, die man vom Roten Meer kennt, kreuzen unseren Weg. Die Riffe - sprich Felsen - sind leider etwas karg, was damit zu tun hat, dass das Wasser jetzt schon recht warm ist und im Sommer bis unter 30 Meter Tiefe noch über 30 Grad warm ist. Keine guten Vorraussetzungen für das Wachstum von Korallen, Gorgonien und Schwämmen.

Sehr gespannt sind wir, ob wir Feyse treffen. Mittlerweile ist der Garten einem Restaurant mit kleinen Bungalows gewichen. Am 2. Abend in der Bucht sehe ich durch das Fenster des Restaurants einen grau haarigen älteren Herren, der Fesye gleicht. Wir gehen ins Lokal, wo wir einen jüngeren Herren nach Feyse fragen. Und wirklich - er ist es. Wir zeigen ihm die mitgebrachten Fotos von damals. Wir werden zu einem Frühstück am nächsten Tag eingeladen, eigentlich wollten wir ja Tauchen gehen, egal, wir sagen zu. Am nächsten Tag zeigt uns Feyse die komplette Anlage mit zwei 4-stöckigen Hotels, die Unterhaltung ist wie vor 20 Jahren mit Händen, Füßen und Zeichen, es war sehr lustig.

Einen Nachmittag war ich mit dem Mountainbike zur südlich gelegenen Bucht Olymp. Dort bin ich durch die Ruinen bis vor an den Strand. Vor 21 Jahren waren wir auch dort. Damals konnte man nur schwer die Ruinen erahnen, so zugewachsen war der Weg zum Strand. Machte dann noch einen kleinen Abstecher zum Treehouse Hotel, wo wir auf der diesjährigen free2011 den Manager kennen gelernt haben. Tatsächlich war er auch da, er lud mich auf einen Kaffee und frischen Obst ein. Leider war er zu beschäftigt mit Kartenspielen. Auf dem Rückweg habe ich dann noch eine Schildkröte von der Straße in die angrenzende Wiese gebracht. Am folgenden Tag sind dann Linda und ich an der Küstenstraße entlang gewandert. Gute 3 Stunden trafen wir keine Menschenseele. Beim Rückweg ist dann Linda so unglücklich gestürzt, dass sie nicht mehr weiter gehen konnte. Als wir noch die Situation bewerteten, ist ein Urlauberehepaar um die Ecke gekommen. Zu unserer Freude hat Walter eine Sanitäterausbildung, er konnte dann mit Socken und T-Shirt die Wunde notdürftig versorgen. Nach einer abenteuerlichen Geländefahrt nach Adrasan hat uns Mesut weiter ins Krankenhaus von Kumlunca gefahren. Dort wurde die Wunde erstversorgt, nur an die endgültige Behandlung hat sich keiner getraut. Deshalb mussten wir zur Weiterbehandlung ins 40 Kilometer südlich gelegene Krankenhaus von Kemer. Meine erste Nacht in einem Krankenhaus. Nachdem wir den Papierkrieg erledigt hatten, konnten wir am anderen Tag wieder zu unserem Womi. Wir wurden sogar mit der Ambulanz zurück gebracht.
Vor der Tauchbasis wurden wir empfangen. Am Abend waren wir bei Mesut zum Essen, wo wir unsere Retter eingeladen haben. Walter hat dann Linda mit dem Auto die 200 Meter zum Wohnmobil gefahren. Am anderen Tag hatte ein Reifen einen Platten.  Wir sind dann noch bis 16. Juni in Adrasan geblieben.

Von Andrasan nach Kas ein Katzensprung im Vergleich zu den bisher gefahrenen Kilometern. Auf dem Weg machen wir Halt in Mistra, um die Felsengräber zu besichtigen. Ein Touristenspektakel aller feinster Güte und den Eintritt nicht wert. Da Linda wegen dem verletzten Bein nicht mit kam, machte ich ein paar Fotos.

Kas
Nach mehreren Versuchen fanden wir den etwas außerhalb gelegenen Campingplatz von Kas. Der direkt am Theater von Kas gelegene Campingplatz war recht voll. Was uns schon etwas wunderte. Die ganze Zeit in der Türkei haben wir keine Wohnmobile getroffen. Doch an diesem Campingplatz, übrigens waren wir zum erstemal in der Türkei auf einem offiziellen Stellplatz, haben sich scheinbar alle getroffen. Doch bald war uns klar, dass hier eine geführte Campingreise unterwegs war, lauter Franzosen. Wir haben dann gerade noch ein kleines Plätzchen gefunden, direkt an einem der kleinen Bungalows am Platz. Unsere Nachbarn waren aus Hamburg mit einem Mercedes seit 3 Monaten unterwegs, eigentlich nichts besonderes, doch bedenkt  man, dass das Pärchen mit einem Alter von 83 hier unterwegs ist. Bis vor drei Jahren waren sie gemeinsam noch mit dem eigenen Wohnmobil auf Reisen. Hoffentlich dürfen wir so rüstig wie die sind dieses Alter auch erleben. Mein erster Weg war natürlich an die am Campingplatz ansässige Tauchbasis der Sun Diver. Die von Erol geführte Basis macht einen guten Eindruck. Bin dann auch paar mal mit raus. Ein paar interessante Tauchplätze um Kas gibt es allemal, wie z. B. die Donalds, ein Flugzeugwrack, ein kleines Wrack und eine Canyon. Es gibt noch weiter etwas anspruchvolle Tauchplätze, die ich aus Zeitmangel aber nicht mitnehmen konnte.

Nach einer anstrengenden Kurverei verlassen wir die lykische Küste. Unterwegs bleiben wir und schauen den Plantagenarbeitern beim Verladen der Tomatenernte zu. Ganz pragmatisch wird ein Loch auf einer Wiese ausgehoben, gerade so breit, dass einer der großen LKWs rein passt. Von allen Seiten kommen kleine Pickups voll mit Tomatenkisten, um am Sammelort die Tomaten in den Anhänger zu kippen. Die Tomaten werden zu Ketchup verarbeitet, so ist es kein Problem, wenn die Tomaten unter der Last zu Matsch werden.
Da wir noch gut in der Zeit sind, bleiben wir auch in einem der kleinen Ortschaften stehen. Es ist Markt und wir wollen noch etwas Obst und Gemüse kaufen. Das macht richtig Spaß bei einem Preis wie z. B. 1 Kilo Tomaten für umgerechnet 25 Cent. Als wir zum Wohnmobil kommen, steht ein Mann daneben. Er fragt nach wo wir herkommen. Er stellt sich als Mustava vor und hat bis zu Schließung in der Papierfabrik in Dachau gearbeitet. Seine Frau ist noch in Dachau und arbeitet im Krankenhaus. Er lädt uns zu einem Kaffee zu sich nach Hause ein. Nach 2 Stunden verabschieden wir uns und laden Mustava für den nächsten Tag zum Frühstück ein.
Da er sowie so nach Marmaras muss und von Bonchuk noch nie hörte, nimmt er die Einladung an.


Bonchuk
Vor 20 Jahren in Bonchuk waren die Palmen noch sehr klein. Heute spenden sie angenehmen Schatten und geben der Bucht den Karibikflair. Eigentlich wollten wir mit den dort lebenden Haien schnorcheln. Doch unterwegs haben wir erfahren, dass diese nur im April Mai in die Bucht kommen, um sich vor der Geburt der Jungen auszuruhen. Also waren wir zu spät in diesem Jahr.
Als wir ankamen, war Sonntag und viele Ausflügler aus Marmaras besetzten die vorderen Reihen. Deshalb mussten wir warten, bis die Ersten nach Hause fuhren, doch dann hatten wir einen schönen Platz. Am Platz waren noch 2 weitere Wohnmobile und unsere Nachbarn aus Kas trafen wir auch. Ein Wohnmobil war am nächsten Tag weg. Das andere Wohnmobil, ein einzelner Herr aus Ebersberg, hatte den Platz überhaupt. Mit einem traumhaften Ausblick, der aber nicht lange währte. Denn eine türkische Familie mit einem protzigen Wohnwagen stellt sich am 2. Tag genau vor das Wohnmobil. Wir beobachten die Szenerie beim Abendessen. Der Ebersberger packte sich in eine Wut, die zum Schluss mit einem Kavaliersstart aus der Bucht endete. Ohne für die Stellgebühr zu zahlen, machte er sich aus dem Staub. Es beginnt eine staubige Verfolgungsjagd denn der Campingplatzwächter schwingt sich auf eine betagtes Motorrad mit Beiwagen, wir können die Staubfahnen lange nach verfolgen, da die Straße etwas oberhalb vom Campingplatz aus der Bucht führt. Letztendlich wird der Ebersberger gestellt und abkassiert, er kann froh sein, dass er keine Anzeige erhält. Wir bleiben noch ein paar Nächte an diesem ruhigen Traumplatz.

Wir fühlen uns unwohl, deshalb bleiben wir nur für eine Nacht auf dem Campingplatz kurz vor der griechischen Grenze. Hier treffen sich die Camper vor dem Übertritt der Landesgrenzen zu Griechenland. Oder sind Urlauber, die sich nicht weiter in die Türkei trauen. Hier treffen wir Angela Brandl, sie kommt aus Moosburg bei Freising. Angela ist seit 8 Monaten mit ihrer Honda unterwegs. Startpunkt ihrer Reise war Südafrika. Am Abend setzen wir uns zusammen, da gibt es viel von den Erlebnissen zu erzählen. Sie gibt uns auch ein paar tolle Tips, die wir sicher bei den nächsten Reisen testen.

Für 2 Nächte bleiben wir in Griechenland auf einem Campingplatz in der Nähe von  Kavala stehen. Ein sehr ruhiges Plätzchen mit vielen Mücken, die in den Abendstunden sehr aktiv werden. Am Restaurant vom Campingplatze essen wir sehr gut. Dort treffen wir meinen Namensvetter Walter. Er ist im Februar dieses Jahres mit einem handbetriebenen Dreirad von Mühldorf gestartet. Am Reschenpaßss wurde er vom Winter überrascht, voller Stolz erzählt er uns, dass ihn damals eine Polizeistreife über den Reschenpass gezogen hat. Er war früher Bergführer beim DAV, ein Unfall am Berg zwang ihn damals für 8 Monate ins Koma. Nach dem er aus dem Koma erwachte, musste er sein Schicksal erst einmal verkraften. Mit eisernem Willen und viel Geduld lernte er wieder sprechen und ein paar Schritte zu gehen. Seine sehr positive Einstellung, sein Wille etwas zu erreichen und dem Schicksal zu trotzen hat, uns sehr beeindruckt. Leider hatte Walter nicht viel Zeit, denn seine innere Unruhe trieb ihn weiter, denn er muss im November wieder zu Hause in Mühldorf sein. Wir wünschen ihm auf diesem Weg alles Gute!
Wir verbrachten die Tage mit faulenzen, einkaufen, sonnen und essen ein schöner Ausklang für die letzten Wochen. Mir fällt es in diesem Jahr sehr, sehr schwer Abschied zu nehmen von unserem Urlaub und dem Abenteuerleben.

Ein Urlaub mit Höhen und Tiefen geht zu Ende, wir sind 24.06.2011 wieder auf dem legendären Autoput, der so viel von seinen Schrecken verloren hat. Einzig das ewige Kilometerfressen ist geblieben. Am Abend vom 24.06. sind wir etwa 50 Kilometer vor Zagreb auf einem Rastplatz übernacht geblieben. Einzig erwähnenswerte ist die unfreundliche Bedienung. In der Früh werden wir von Busscharen von Ausflüglern geweckt.

Viel zu schnell sind die Wochen zerronnen. Unterwegs schmieden wir schon Pläne für die nächste Reise, die uns vielleicht wieder in die Türkei verschlägt, denn es gibt noch viel zu sehen.