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Reisebericht Kroatien 2010 PfeilPfeil

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Kroatien 2010:

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Kroatien 2010

„Nein wir fahren in diesem Jahr nicht nach Griechenland“. „Aha, schreckt Euch die Krise und die Schulden von Griechenland ab“? „Nein, wir haben uns in diesem Jahr schon sehr früh dazu entschlossen, mal etwas anders anzuschauen“. 

So oder so ähnlich sind viele Gespräche im Bekanntenkreis abgelaufen. Ja, wir sind in Griechenlands schwersten Stunden fremd gegangen. Was wir auch im Nachhinein schon etwas bereuen. Nicht etwa, dass der Urlaub in Kroatien nicht schön war. Nein, das nicht, aber Griechenland riecht einfach anders, so hat es Linda kurz und treffend formuliert.

Wir haben uns entschlossen, alle Feiertage um Pfingsten rum mitzunehmen. Das Problem war, nur Pfingsten war in diesem Jahr extrem früh. Schon Mitte Mai sind wir mit schlechten Wetterprognosen in Richtung Kroatien aufgebrochen.
Als wir uns am 12.05.2010 mit gepacktem Wohnmobil auf den Weg machten, roch es noch so typisch nach Frühling. Um ein Uhr Nachts sind wir am ersten Etappenziel in Sveta Marina angekommen. Es war angenehm warm und wie immer verbrachten wir die erste Nacht vor dem Campingplatz.

Sveta Marina
Kurz nach dem die Rezeption geöffnet hat, suchten wir uns einen Platz. Da unser Standplatz der letzten Jahre frei war, war die Entscheidung schnell gefallen. Doch es war nicht so einfach, denn weil der Boden nach den Regenschauern der letzten Tage sehr weich war, sind wir stecken geblieben. Nur mit Unterstützung von paar jungen Kerlen konnten wir unseren angestammten Platz einnehmen.
Das Wetter besserte sich im Laufe des Tages und es wurde noch ein schöner Tag mit Tauchen und Faulenzen. Am Abend holten wir ne Pizza. Die Sonne weckte uns am nächsten Tag. Gemütlich frühstücken und dann ab ins Wasser, natürlich zum Tauchen. Die Sicht war wegen der Regenfälle der Vortage nicht gerade berauschend. Aber mit der Makrolinse an der Kamera entstanden gute Fotos.

Am Samstagabend hat uns Valter von der Basis nahegelegt: Packt eure Sachen und fahrt weiter in den Süden. Nein, wir sind nicht unangenehm aufgefallen! Den ganzen Tag wird eine Unwetterwarnung für Sonntag über Istrien ausgegeben. Wir lassen uns das nicht zweimal sagen. Die ersten 150 Kilometer sind wir der Küstenstraße gefolgt, was nicht einfach war. Der teilweise starke Regen und die böige Bora verlangten größte Konzentration. Bei Selce sind wir dann ins Landesinnere zur Autobahn, genau rein in die dicken Wolken. Die Anzeigen über der Autobahn zeigten 9 Grad an, was uns nicht gerade begeisterte. Wir haben dann entschieden, solange zu fahren, bis wir einen blauen Himmel sehen. Das Schicksal wollte es, dass genau über der Insel Murter ein kleiner blauer Flecken Himmel uns entgegenlachte. Also ab von der Autobahn und rüber zur Insel.

Murter
Wir fanden einen Stellplatz direkt am Wasser im Campingplatz Slanica bei Murter. Da wir uns nach der langen Fahrt bei einem Spaziergang die Füße vertreten wollten, sind wir dann auch gleich nach Murter rein. Natürlich sind wir an alle uns bekannten Tauchbasen vorbei, immerhin 3 Stück. Und alle machten nicht gerade den Eindruck, als hätten sie geöffnet. Erst als wir schon fast aufgegeben hatten, war das Glück auf unserer Seite. Ich traf Kurt mit dem Fahrrad auf der Straße. Kurt stellt sich als Mitinhaber der Basis Najada vor. „Ja natürlich geht es morgen zum Tauchen! Sei um 9 an der Basis.“ Da hätte ich noch ein kleines Problem: meine Ausrüstung müsste zur Basis.“ „Kein Problem heute um 17:00 Uhr holt Barbara die Sachen ab. Wo seid ihr gleich noch mal?“
Die Basis von Anna aus Finnland, und Kurt, aus Österreich, befindet sich direkt neben der Werft. Mit seinen Gästen fahren sie bei Ganztagestouren die umliegenden Tauchplätze an. Die Tauchplätze liegen überwiegend in den südlichen Ausläufern der Kornaten, entsprechend reich ist der Bewuchs der Steilwände. Bei genug Interesse werden auch Ausfahrten in den Naturpark der Kornaten geplant. Mit einem Eintrittgeld von 20.- Euro zusätzlich zum Preis für die Ausfahrt, nicht gerade günstig. Doch man sollte sich zumindest einmal den Luxus leisten. Es ist schon ein tolles Erlebnis, über wie auch unter der Wasseroberfläche, dazu später mehr.
Die ersten Tauchgänge sind aber außerhalb der Kornaten geplant. Als Tauchpartner bekomme ich Karri. Karri stammt aus Finnland und macht gerade Urlaub von seinem militärischen Einsatz für die KAFOR in Afghanistan. Er ist schon seit Jahren Stammgast bei Anna und Kurt. Denn vor Afghanistan war der Finne im Kosovo stationiert. Seither ist er wochenweise immer hier beim Tauchen.

Am vierten Tauchtag geht es dann direkt in die Kornaten. An diesem Tag sind die 3 Meeresbiologen Sylvia, Nara und Petrj von der Universität Zagreb mit an Board, der Najada I. Die Drei haben genau vor einem Jahr an der Insel Obrucan Responder in verschiedenen Tiefen an Gorgonien angebracht, und wollen diese austauschen. Was für ein Glück für uns, denn wir dürfen an einem Platz tauchen, wo striktes Tauchverbot ist. Die Responder zeichnen stündlich die Wassertemperatur auf. Mit kleinen Proben von den Roten Gorgonien wird das Wachstum der Roten Gorgonie in Abhängigkeit der Temperatur erforscht. Der Tauchplatz ist nicht viel anders als die übrigen in den Kornaten, nur eben darf hier nicht getaucht werden. Steile Abbrüche in großen Tiefen. Reichlich bewachsen mit großen Gorgonienstöcken mit den Farben rot, gelb, lila, dazu noch eine Unterart gelb-rot. Leider ist auch im Nationalpark der Kornaten der Fischbestand drastisch zurück gegangen und das von der Größe der Fische und der Fischschwärme. Was auch Petrj bestätigt und drastisch ausdrückt, in dem er die These vertritt. „Wenn sich in den nächsten Jahren nichts ändert, dann gibt es in 15 Jahren keine Fische mehr im Mittelmeer.

An den tauchfreien Tagen waren wir mit dem Mountainbike unterwegs. Ein paar schöne Trails und Schotterpisten entlang der Küste haben wir unter die Räder genommen. Der Campingplatz Slanica liegt etwa 10 Gehminuten von der Tauchbasis Najada, auf der Westseite in einem Pinienwald direkt am Wasser. Die Stellplätze für Wohnmobile sind begrenzt, was in der Hochsaison nach meiner Einschätzung zu Engpässen führen kann. Ein Großteil der Plätze ist für Wohnwagen und Zelte ausgerichtet. Direkt am Platz ist kein Supermarkt, die Sanitäranlagen sind sauber.
Najada d.o.o.
Zrtava Ratova 19; HR-22243 Murter
Tel.: +385 22 436 020
Mobile: +385 98 95 92 415
eMail: anna.nokela@najada.com
Internet: www.najada.com

Peljesac
Bei der Überfahrt nach Peljesac passieren wir die Mauern von Ston. Laut Reiseführer mit seinen 6 Kilometern die längste Wehrmauer Europas, aus dem Mittelalter. Die enge Inselhauptstraße führt an den Hängen des XXX Gebirges vorbei. Links und rechts liegen ausgedehnte Weingüter. Peljesak hat sich in der Welt einen Namen mit seinen vorzüglichen Weinen gemacht. Zwei Tauchbasen auf Peljesac haben die Berechtigung, den besten Tauchplatz der Gegend anzufahren. Die S57, ein Wrack aus dem 2. Weltkrieg. Mancher Vergleich mit der Thistlegorm aus vergangenen Zeiten wurde schon gezogen. Die S57 liegt an der südlichen Steilküste von Peljesac in 40 Metern Tiefe. Wir hatten das Pech, dass beide Tauchbasen erst im Juli den Betrieb aufnehmen. Am Ende sind wir auf dem Campingplatz Adriatic gelandet. Der Platz ist rein nur für Zelte geeignet, da aber noch nichts los ist, stellen wir unser Womi auf dem Parkplatz der sehr gepflegten Anlage ab. Für eine Nacht reicht das schon, dachten wir uns.
Am Abend sind wir zum Essen in das Restaurant und dann noch etwas spazieren gegangen. Der Strand ist mit viel Liebe ins Detail für Badegäste in den Felsen errichtet worden. Igor, so der Platzbesitzer, ist der Mann für alles: Kellner am Abend im Restaurant, Bademeister am Pool, Gärtner in der Anlage, Fischer von dem frisch servierten Fisch, Elektriker, wenn die Kühltruhe den Geist aufgibt und zu unserer Überraschung auch Tauchlehrer an der Basis am Campingplatz. Was wollen wir mehr? Nur leider war kein Boot an der Anlegestelle, die Basis schien geschlossen, also wird’s doch nichts mit dem Tauchen. Weit gefehlt! „No Problem, musst nur sagen, wann du tauchen gehst“, war die Antwort auf meine Frage, ob wir hier tauchen können. Und gleich war ein Treffpunkt am darauffolgenden Tag vereinbart. Bleiben wir halt noch einen Tag, wir haben ja Urlaub. Für Linda war`s dann auch noch der erste Tauchgang vom Boot.
Hauptsächlich fährt Igor mit seinen Gästen die kleinen Inseln zwischen Peljesac und Korzula an. Leicht zu betauchende Riffe, die meist unter der Wasseroberfläche liegen. Uns hat es gefallen. Zum Fotografieren gab`s hauptsächlich Nacktschnecken in allen Variationen und Größe. In der Grünanlage tummeln sich eine Unmenge Landschildkröten. Die kleine Sanitäranlage ist sehr sauber. Im Restaurant kann man sehr gut essen, nur ist leider kein Supermarkt am Platz. Am angrenzenden Campingplatz, leider haben wir den Namen nicht notiert, sind Stellplätze für Wohnmobile.

Korcula
Nach drei Nächten bei Igor packen wir zusammen und steuern unser nächstes Ziel, die Insel Korcula, an. Dazu müssen wir mit der Fähre übersetzen. Gleich am ersten Campingplatz bleiben wir, denn wir wollen uns Korcula, die Hauptstadt der Insel, ansehen. Eine Tauchbasis gibt es auch am Platz, aber die ist leider noch geschlossen. Es ist auf alle Fälle empfehlenswert, die Stadt zu besichtigen. Die Altstadt mit ihren engen Gassen, kleinen Geschäften und urgemütlichen Kanobas strahlt eine Gemütlichkeit aus, die man lange suchen muss. Während des Rundgangs sind wir in eine Prozession gekommen. Als, vor der Kirche sitzend, der Pfarrer die Kirchensteuer von den Gläubigen kassierte, musste ich nicht zum erstenmal die Kamera zücken. Was auch der Gruppe von Japanern nicht verborgen blieb. Unbemerkt machte ich von den Asiaten ein paar Aufnahmen. Als sie mich bemerkten, freuten sie sich dermaßen, dass ich weitere Fotos der Gruppe schoß. Linda war das etwas peinlich - egal ich hatte ein paar Japanern eine Freude gemacht.
Natürlich besuchen wir auch das Geburtshaus von Marco Polo, dem Vorbild vieler Fernreisender. Lange halten wir uns im Hafen auf und begutachten die vielen Segeljachten. In Gassen findet man viele Eisdielen, die leckeres Eis anbieten. Der sehr große Campingplatz liegt etwas außerhalb von Korcula. Auf einem gut ausgebauten Fußweg ist man in 15 Minuten in der Stadt.
Der weitläufige Campingplatz mit seinen großzügigen Sanitäranlagen und das am Platz stehende Hotel spiegelt noch die Zeiten des Sozialismus wider. Die Stellplätze sind parzelliert mit viel Schatten. Am Nebenplatz sammelt ein älterer Korculaner das Laub zusammen, während er immer wieder rüber lacht. Als er fertig ist, kommt er zu einem Ratsch zu uns. Von ihm kaufen wir für paar Euro seinen selbst angebauten Wein in der 1,5l Fantaflasche. Als wir noch mal an der Tauchbasis vorbei schauen, treffen wir XXXXX, die gerade die ersten Renovierungsarbeiten für die anstehende Saison durchführt. Im seichten Wasser retten wir einen verirrten Seehasen (größte Nacktschnecke im Mittelmeer), die war etwa 30 Zentimeter groß.

Wir bleiben auf der Insel und fahren an der Südküste entlang nach Vela Luka. Dort soll es auch Tauchbasen und einen Campingplatz geben. Unterwegs treffen wir auf ein paar Radler aus Bayern, die mit Schiff und Rad unterwegs Inselhüpfen machen. An der Küste entlang sind viele kleine Buchten auszumachen, die leider nur per Boot zu erreichen sind. In xxxxxx fahren wir durch eine uralte Allee von Platanen.
In Vela Luka suchen wir den Campingplatz, der aber weit außerhalb der Ortschaft liegt, und das mitten in der Pampa. Dort beratschlagen wir, was wir machen wollen, als ein VW Bus mit Lichtenfelser Autokennzeichen einbiegt. Auch die beiden Franken Gerolf und Maria sind sehr unschlüssig, irgendwie wartet jeder ab, was der andere macht. Am Ende sind wir geblieben, und es war ein netter, lustiger und langer Abend bei genügend Wein, den wir davor gekauft hatten. Der war sehr gut, denn Kopfweh hatten wir nicht.
Der Platz liegt wirklich weit ab vom Strand und der Ortschaft, deshalb fahren wir auch am anderen Tag weiter. Wieder zurück nach Korcula zum Fährhafen, rüber nach Peljesac, wo wir noch etwas südlicher ein paar Ortschaften anschauen wollen. Doch irgendwie gefallen uns die Campingplätze nicht so wirklich. Also entscheiden wir uns, wieder aufs Festland zu fahren. Um die Kurverei an der Küsten entlang zu kürzen, wollten wir mit der Fähre rüber. Doch im Fährhafen lässt uns der Einweiser nicht auf die Fähre. Anordnung vom Kapitän, weil Ebbe ist und die Auffahrtrampe zu steil ist, würde das Reisemobil aufsetzen. Also doch über den Landweg zurück. Doch als wir wieder auf der Inselhauptstraße sind, ist es schon später Nachmittag. Also steuern wir den nächsten Campingplatz an, wo wir unsere Bekanntschaft vom letzten Abend wieder treffen. Nach kurzem „Hallo“ gehen wir eine Runde schwimmen, die haben wir uns jetzt verdient. Am Abend sitzen wir wieder zusammen und schmieden gemeinsam den Plan für die kommenden Tage.

Am nächsten Morgen sind wir schon frühzeitig, für uns 10 Uhr, wieder unterwegs. An der Küste entlang fahren wir die Campingplätze an, so richtig wohl fühlen wir uns auf keinem. In xxxxx möchte dann Gerolf bleiben, Linda und mir gefällt es nicht besonders, so trennen wir uns von Maria und Gerolf. Hoffentlich sieht man sich mal wieder. Unser neues Ziel heißt Trogir. Wir wollen einen Campingplatz, wo wir paar Tage bleiben können. Vor Trogir decken wir uns mit Lebensmittel vom Lidl ein. Der Parkplatz von dem Lidl ist direkt neben der Landebahn des Flughafens von Trogir. Schaut witzig aus, und bei den ersten landenden Maschinen ziehen wir die Köpfe ein. Man hat den Eindruck, als ob die Flieger direkt auf dem Parkplatz landen.

Trogir
Die Stadt Trogir ist Weltkulturerbe, und so begrüßt sie uns auch. Hektik auf der Straße, nicht enden wollende Touristenströme an der Umgehungstraße, der erste Eindruck entäuschend und er verstärkt sich beim Besichtigen des Campinglatzes Rozas noch. Ein super gepflegter Platz an der Verbindungsstraße von Trogir nach Okto XXXXX, direkt gegenüber der Schiffswerft von Trogir, kein schöner Ausblick. Nicht gerade das, was wir gewohnt sind und wollen. Also was machen? Etwas außerhalb von Okto XXXX liegt der Platz Lambadusa. Also - was können wir verlieren? Wenn der auch nichts ist, können wir immer noch zurück. Rein ins Womo und weiter auf der viel befahrenden, engen Straße.
Die Wegweiser führen uns durch den Hafen von Okto xxxx raus aus der Ortschaft, auf einen Schlag ist Ruhe. Und dann geht es auch noch auf eine Schotterstraße. Das ist doch genau was wir wollen. So finden wir in Griechenland die schönsten Flecken. Nach etwa 1 Kilometer Schlaglöcher stehen wir am Eingang des Campingplatzes Lambadusa. Die Rezeption ist verwaist, am Platz selbst steht ein VW Bus und 2 große Camper. Wir fragen uns durch. Die sind gerade nicht hier, der Platz hat noch nicht offiziell geöffnet, doch wir können bleiben. Die totale Ruhe, ein schöner mit feinem Kies aufgeschütteter Strand, glasklares Wasser. Was wollen wir mehr? Ach ja eine Tauchbasis, hmmm. „Naja, jetzt bleiben wir erst einmal, morgen sehen wir weiter,“ will mich Linda beruhigen. In mein Gesicht zeichnet sich ein Lächeln, als ich am VW Bus den Eigentümer sehe, wie er seine Unterwasserkamera säubert. „Ja, 2 Kilometer von hier gibt es die Trogir Divers, eine nette Tauchbasis, die holen dich auch ab.“ Sogleich habe ich die Räder vom Träger und eine Viertelstunde später stehe ich vor einer Pension mit einer Tauchbasisaufschrift. „Iwo ist gleich wieder da,“ bekommen wir zu hören.
Für die kommenden Tage vereinbare ich Tagesausfahrten, mich plagt zwar ein schlechtes Gewissen, weil Linda nicht mitkommt und den ganzen Tag alleine auf dem Campingplatz bleibt. Aber es hat sich gelohnt!! Gerade 2 Jahre ist es nun her, dass dieses Gebiet zum Tauchen freigegeben wurde. Dabei umkreist Igor mit seinem Finger auf der Seekarte ein großes Gebiet mit Inseln. Im Winter suchen wir neue Tauchplätze, und wir finden Plätze laufend neue Tauchgebiete mit noch mehr Steilwänden, gelbe rote Gorgonienfelder, betauchbare Höhlen und Grotten, reichbewachsene Überhänge und eine fantastische Sicht. Ein Wahnsinn, Igors Augen leuchten und das nach 23 Jahren auf der Basis. Damals hat sein Vater, Miki, die Basis gegründet, über die ersten schweren Jahre wuchs die Basis ständig. Als dann der Bürgerkrieg ausbrach und die Gäste ausblieben, wäre dies fast dem Trogir Diver zum Verhängnis geworden. Doch bald kamen die KAFOR Soldaten. Bis zu 300 Ausbildungen im Jahr sicherten uns das Überleben, weiß Miki zu berichten. Insgesamt haben die Trogir Divers 4 Boote, für maximal 50 Taucher, die in der Saison voll sind. Mit den über 45 Tauchplätzen kommt aber nie ein Gerangel auf. Durch die gute Organisation und die sympathischen Leuten der Basis kommt auch nie das Gefühl der Massenabfertigung auf. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, und ich komme sicher wieder! Aber nicht nur, weil es nach dem letzten Tauchgang des Tages an Board den köstlichen Wein aus einer Henkelflasche gibt. Als Tauchpartner hatte ich zum erstenmal in meiner Tauchkarriere mit Kalle einen schwedischen Buddy. Kalle arbeitet für eine schwedische Firma in der Werft, als Supervisor, wo gerade 4 Schiffe für das Unternehmen entstehen.
Zwischendurch haben wir einen Stadtbummel in der geschichtsträchtigen Stadt gemacht. Ein sehr schöner Ort, auch wenn viel auf den Tourismus ausgerichtet ist, mit viel Flair zum Bummeln. Im Hafen stehen viele Millionen Euro schwere Jachten, ein Genuss zum Anschauen. Am Marktplatz ist mit Bengalischem Feuer eine Hochzeitsgesellschaft eingezogen. Mit kroatischer Folkloremusik wurde der komplette Marktplatz unterhalten. Und die jungen Mädels mit den knappen Miniröcken waren eine Augenweide.
Nach soviel sportlicher Aktivität, Kultur und Augenblendungen wollen wir am nächsten Tag weiter, leider sind nun schon 2 Drittel unseres Urlaubs vorbei.
Nicht weit zu fahren liegt eine sehr nette Stadt mit dem Namen Primosten. Dort waren wir vor einigen Jahren schon einmal. Etwas nördlicher davon liegt der Campingplatz Adriatic mit einer Tauchbasis direkt vor Ort.

Primosten
Leider sind wir einfach zu früh im Jahr unterwegs, als wir ankommen, hat die Basis noch geschlossen. Und das ändert sich auch nicht während der nächsten 4 Tage. Auch wenn ich am Tag fünfmal vorbei schaute, ich wollte es nicht wahrhaben. Dann muss ich halt aufs Tauchen verzichten und gehe zum Biken. Gleich von der Küste ab zieht sich ein Gebirgszug ins Landesinnere, da wird es doch etwas geben. So machte ich eine anstrengende Tour mit vielen Höhenmetern, die aber zu 100 Prozent auf Asphalt stattfand. Sonst verbrachten wir die Tage mit Baden, Faulenzen und Stadtbummel. Ein Abstecher zu den Krka Wasserfällen war eine lohnende Abwechslung, leider spielte das Wetter nicht so mit, den ganzen Tag war es stark bewölkt, so konnte ich die geplanten Halb- und Halbaufnahmen machen, aber das erhoffte Ergebnis blieb aus.
Wir entschlossen uns, an der Küste weiter in Richtung Norden zu kommen. Was sehr abwechslungsreich, aber doch sehr zeitintensiv ist. So kommen wir nicht wie geplant bis Selce. Bei xxxxx bleiben wir übernacht, der etwas herunter gekommene Campingplatz wirbt für das Klettereldorado. Die Fotos an der Rezeption beweisen auch, dass der Platz schon bessere Zeiten hatte. Zum Abfrischen gehe ich auch noch zum Baden, im wahrsten Sinne des Wortes ist das Wasser sehr, sehr kalt, was wir nicht mehr gewohnt sind.

Bled
Eigentlich planten wir ein paar Tage für Tauchgänge in Slovenien an dem Fluss Soca. Doch die laufend gemeldeten Regenfälle für das Gebiet hat uns das Vorhaben vermiest. So sind wir bei traumhaftem Wetter erst am Samstag nach Bled gefahren. Die letzte Nacht unseres Urlaubs verbringen wir an dem idyllisch gelegenen See in den Julischen Alpen. Nach dem Bad im See treffen wir auf ein Filmteam vom bayrischen Sender Südwild 3. Die drei jungen Kerle machen gerade eine Reportage über die Tramp Weltmeisterschaft. Ziel der 18 gestarteten Teams war es, schnellstmöglich von Augburg nach Bled zu kommen. Was das Südwildteam auch in 9 Stunden schaffte. Nur ein Mädchen-Team war schneller. An was das wohl lag? Ironie des Schicksals war es, dass wir am Campingplatz ein griechisches Ehepaar trafen, die auf Europareise mit dem Wohnmobil unterwegs war. Das ist doch schon merkwürdig. Man muss wissen, dass Griechen am liebsten im eigenen Land den Urlaub verbringen - und dann auch mit dem Wohnmobil. Bis vor 2 Jahren noch undenkbar, weil es in Griechenland keine Versicherung für Wohnmobile gab, gab es auch keine Wohnmobile zu kaufen.

Nun sind wir wieder paar Wochen zu Hause, und die Sehnsucht, der innerliche Drang und das Bedürfnis einen „gescheiten Urlaub zu machen“ steigt von Tag zu Tag.
Was soll das?? Ja, es war ein sehr schöner Urlaub. Ja, wir haben einiges erlebt und mitgenommen. Ja, wir haben gutes Essen gehabt. Ja, das Wasser war super klar. Ja, wir hatten schöne Tauchgänge. Ja, natürlich trafen wir nette Leute. Ja, es hat unser Reisbudget geschont.
Doch irgend etwas ist anders. Der spannende Augenblick, in Ancona auf die Fähre zu fahren. Der erste Atemzug während der Hafeneinfahrt in Igouminitsa. Die Rauchwolke am Campingplatz vom Holzkohlengrill. Der kurze Plausch mit den Einheimischen. Das Yassas, Kalimera, Yamas und andere Zungenbrecher. Die Hitze am Strand, im Alkoven und im Schatten. Der Geruch der heißen Staubstraße unterwegs mit dem Mountainbike, die Düfte der wilden Kräuter in den Bergen. Der chaotische Autoverkehr in der Stadt. Die dahin schleichenden LKW`s in Bergen, die glasklaren, erfrischenden Gumpen der Bergbäche, das „komme ich nicht heute, dann komm ich halt morgen“! Das Gefühl, Urlaub in Griechenland zu machen, unbeschreiblich, man muss es leben, damit man es versteht.