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Bodensee-Welle

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Bodensee

Am 12.02.1864 kam es am Bodensee vor Konstanz zu einem folgenschweren Zusammenstoß der beiden Passagierschiffe „Stadt Zürich“ und " Jura". Als Folge des Zusammenstoßes sank binnen kurzer Zeit die Jura auf den Grund des Bodensees. Dabei kamen mindestens eine Person ums Leben. Der Schiffsjunge der Jura, der an der Glocke stand unmittelbar an der Stelle, wo die Stadt Zürich die Jura traf, wurde dabei so schwer verletzt, dass er mit dem Schaufelraddampfer unterging. Lange war das Wrack der Jura unentdeckt, erst durch Zufall wurde es gefunden. Denn ein Berufstaucher suchte im Auftrag einer amerikanischen Witwe nach einem im 2. Weltkrieg abgeschossenen Flugzeug. Nach Zeugenaussagen sollte das Flugzeug über Friedrichshafen von der deutschen Flugabwehr angeschossen worden sein. Der Pilot wollte sich noch in die Schweiz retten, doch er stürzte auf dem Weg dort hin in den Bodensee. Auf der Suche nach dem Flugzeugwrack zeigte das Echolot zwischen Konstanz und Bottighofen am Seegrund eine Unebenheit und man vermutete, das Wrack gefunden zu haben.

Ein Helmtaucher bereitete sich für den Abstieg vor. Mit schwerer Ausrüstung und mit Sprechfunk wagte er den Abstieg. Nach kurzer Zeit meldete der Berufstaucher, er stecke fest, kann sich nicht bewegen und alles ist dunkel um ihn herum. Ein Sicherungstaucher machte sich sofort fertig, und als er dann in einer Tiefe von etwa 30 Metern den ersten Taucher fand, sah er, dass dieser in einer Röhre feststeckte. Diese Röhre stellte sich später als Schornstein der Jura heraus. Der Taucher wurde gerettet und das Wrack der Jura entdeckt, doch das Wrack des Flugzeugs blieb bis jetzt unentdeckt. Auch die Jura geriet in Vergessenheit, erst in den 60er Jahren fand nach vielen Versuchen Hans X. die Jura neu. Und seither fahren mehrere Tauchschulen und Unternehmen zur Jura. Auch wir sind dieses Jahr mit Helmut Steiner wieder dort gewesen.

Die Jura liegt aufrecht am Seeboden in einer maximalen Tiefe von 38 Metern, die Aufbauten reichen bis in eine Tiefe von etwa 33 Metern. Mit seiner Länge von 42 Metern und einer Breite von 8 Metern ist es das größte Süßwasserwrack in Deutschland. Leider ist das hölzerne Wrack in den letzten Jahrzehnten sehr in Mitleidenschaft geraten. Der Schornstein war bei meinem ersten Abstieg vor zwölf Jahren noch aufrecht gestanden, jetzt liegt er quer auf dem Schiffsboden. Etliche Rettungsversuche der ansässigen Tauchschulen halfen nichts, der Rost nagte am Eisen. Auch sind viele Schäden, die auf wildes Ankern zurückzuführen sind, sichtbar. Auch Zersetzungen des Holzes sind auf die Taucher, die in das Innere des Schaufelraddampfers eindringen, nicht übersehbar. Deshalb gibt es schärfere Tauchbestimmungen, um das Wrack zu schützen.

Oft herrschen schwierige Verhältnisse beim Abstieg zum Wrack, man muss mit schlechter Sicht, Dunkelheit und Kälte rechnen. Wir hatten Glück. War es beim ersten Tauchgang noch stark bewölkt und deshalb ab einer Tiefe von fünfzehn Metern dunkel, so schien beim zweiten Tauchgang die Sonne und wir hatten gute Sichtverhältnisse, so dass wir das Wrack in seiner ganzen Schönheit genießen konnten. Auch waren wir jedesmal die Einzigen beim Betauchen.

Wir - das waren Hans, Marcus, Hannes, Tomas und ich. An Bord waren wir auf der Delta bei Helmut Steiner, der von Uhldingen aus die Jura anfährt. Mit dem Wohnmobil sind Marcus und ich schon am Freitag zum Bodensee angereist, wo dann Hannes gegen halb eins in der Früh nach kam, er war in Stuttgart zum Musical. Am Samstag trafen wir im Hafen noch Tomas und Hans.