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Azoren - Portugal

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Azoren 2012

Flagge Portugal

Noch als touristischer Geheimtip gehandelt, bei uns Tauchern schon bekannt, besonders für Begegnungen mit Großfischen. In vielen Fachmagazinen finden Taucher Fotos von Buckelwalen, Delfinen, Mobulas und vor allem Blauhaien. Bekannt sind die Azoren durch Wetterberichte in den Medien, jeder kennt das Azorenhoch oder Azorentief. Segler nutzen die Inseln als Zwischenstop bei ihren Atlantiküberquerungen. Seit 2 Jahren bemühe ich mich um eine Möglichkeit, auf die zu Portugal gehörenden Inseln zu kommen. 2012 hat es dann auch geklappt. Neun Inseln, entstanden durch unterseeische Vulkantätigkeiten Mitten im Blau des Atlantiks.
Wir sind nach Horta auf der Insel Faial zu Norberto Divern geflogen. Die Basis ist benannt nach deren Besitzer Norberto ein sehr sympathischer Einheimischer.

Landgang
Eine Mischung aus Island, Italien und Karibik, so könnte man den Flair der Insel Faial beschreiben. Man sollte sich Zeit nehmen, um die kleinen, versteckten Dinge zu finden. Geprägt ist die Insel vom weißen und blauen Blumenmeer der Hortensien, Wiesen, auf denen Schafe und Kühe weiden, teilweise urwaldähnliche Abschnitte, bunte kleine Häuser, alte verwitterte aus Vulkanstein gebaute Türme, ehemalige Windmühlen und Aussichten.
Die vulkanischen Tätigkeiten haben viele Spuren hinterlassen. Vor gut 50 Jahren brach im Westen der Insel ein vorgelagerter Vulkan aus, dadurch vergrößerte sich das Land. Der Leuchtturm wurde bis zum ersten Stockwerk mit Vulkanasche verschüttet und damit unbrauchbar.
Im Hafen von Horta befindet sich die Kneipe Peters Sport. Das Lokal dient den Atlantikseglern als Postamt, Wetterstation und Treffpunkt auf dem Weg nach Europa oder in die Karibik. Hier sollte man den Gin Tonic testen, ist angeblich der beste, mir hat er geschmeckt. Auch kann man hier sehr gut essen, deshalb ist aber auch immer etwas los in dem kleinen Museum. Viele Wimpeln und Fahnen hängen an den Wänden als Zeugen von Seglertörns.
Auf der Insel haben sich auch 2 Bayern aus Rosenheim niedergelassen. Dort kann man ausgezeichnet essen und das in bayerischer und ruhiger Atmosphäre. Den gebackenen Ziegenkäse in Honigsauce muss man probiert haben, ich habe nicht gedacht, dass das schmeckt, aber es hat fantastisch geschmeckt.
Leider mussten wir miterleben, wie ein spanischer Fischtrawler im Hafen von Horta 90 Tonnen Haifischkörper und –finnen auslud. Es war ein trauriger Anblick. Die gefrorenen Körper gehen ausnahmslos nach Mitteleuropa, größter Abnehmer ist Deutschland. Die Finnen gehen in den asiatischen Raum, wo eine Haifischsuppe zur Hochzeit ein Statussymbol ist, da sie sehr teuer ist. Man muss sich vorstellen, 1 kg Fisch bringt dem Fischer je nach Qualität in etwa 2 bis 4 Dollar. Die Haifischflossen werden bis zu 45 Dollar gehandelt. Da muss man nicht lange nachdenken, was für den Fischer lukrativer ist, um seine Familie zu ernähren.

Basis
Die Basis von den Norberto Divern ist in einem Container direkt im Hafen von Horta untergebracht. Es geht etwas eng zu. Gerade wenn die vier Schlauchboote zum Whalewatching raus fahren. Die Crew von Norberto veranstaltet bei gutem Wetter spontan auch mal ein Barbecue. Eine nette Sache mit Spezialitäten von den Azoren, wie z. B. Tunfischpaste. 

Tauchgang
In den Gewässern um die Azoren herrschen gute bis sehr gute Sichtweiten, warmes Wasser und teilweise starke Strömungen. Die Riffe an der Küste sind nicht gerade bunt bewachsen, viele Makromotive finden sich in den Spalten der Wände. Auf unseren Tauchgängen trafen wir sehr viele Muränen.
Absolute Highlights stellen die Tauchplätze Condor Bank und Princess Alice dar. Beide Tauchplätze sind mitten im Atlantik und benötigen eine längere Anfahrtszeit. Condor Bank, ein Unterwasserberg der auf 200 Meter Tiefe reicht, ist in etwa 1,5 Stunden von Horta erreichbar, hier trifft man Blauhaie. Princess Alice, namensgebend war Prinz Albert von Monaco, der als Erinnerung an seine Mutter diesen Platz so taufte, ist ein Plateau von etwa 3 Fußballplätzen groß, das in etwa 34 Metern Tiefe beginnt. Der Tauchplatz ist von Horta in 2,5 bis 3 Stunden erreichbar. Hier sind Schulen von Mobulas (gehören zur Familie der Mantas) und Wahoos zu finden. Als wir den Platz erreichten, machte ich Fotos von einer portugiesischen Galiere, zu Hause sah ich beim Einzoomen ins Foto den Schatten von einem Blauhai.

Fazit
Für mich war dies sicher nicht der letzte Besuch auf den Azoren, mir hat es sehr gut gefallen. Man sollte nicht nur tauchen gehen und mehr Zeit mitnehmen, denn alle Inseln haben ihren Reiz.